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Forschungsinstitute vermuten Umsatzsteuerbetrug im großen Stil

Die Europäische Union hat laut einer Datenanalyse des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW) und des ifo Instituts in München mit sich selbst einen Handelsüberschuss von 307 Milliarden Euro. Da bei einer korrekten Erfassung aller Im- und Exporte der Überschuss aber null betragen müsse, könnten Messfehler alleine diese systematische Abweichung nicht erklären, so die Einschätzung der Institute. Vielmehr scheine massiver Umsatzsteuerbetrug eine Ursache für den hohen Überschuss zu sein, der die EU-Staaten 30 bis 60 Milliarden Euro pro Jahr koste.
„Wenn Unternehmen Umsätze als Exporte deklarieren, sind diese von der Umsatzsteuer befreit. Werden diese Umsätze aber gar nicht im Ausland erzielt, sondern im Inland, fehlen sie in der Importstatistik des angeblichen Handelspartners und bleiben damit unversteuert“, erklären die Autoren, IfW-Präsident Gabriel Felbermayr und ifo-Forscher Martin Braml.
Sie empfehlen daher einen digitalen, automatisierten Datenabgleich von Importen und Exporten innerhalb der EU, um Bilanzfehler künftig zu verringern und Betrug zu erschweren.

 

PDF-Download des Arbeitspapiers „The EU Self-Surplus Puzzle: An Indication of VAT Fraud?“ von der Website des IfW.


Verlag C.F. Müller

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