Deutsche Bank angeblich in US-Steuerskandal verwickelt
Nach Angaben von US-Staatsanwälten soll die Deutsche Bank Mitschuld an einer Steuerhinterziehung in Millionenhöhe tragen. Bereits am Montag berichtete die New York Times, dass das Frankfurter Geldinstitut eine Schlüsselrolle in einem aktuellen US-Finanzskandal gespielt haben soll. Im laufenden Verfahren gegen den Anwalt und Finanzberater John B. Ohle III soll die Deutsche Bank das – bisher nur als "Bank B" bezeichnete – ausländische Finanzhaus sein, mit dessen Hilfe wohlhabende Kunden dem US-Fiskus mehr als 103 Mio. Dollar Steuern vorenthalten haben sollen.
Die "Bank B" hatte sogenannte "Barrier Options" – spezielle Fremdwährungs- oder Anleihe-Optionen – verkauft. Zwei dieser Optionen waren "in the money" (gewinnbringend) und zwei weitere wertlos. Durch die erzielten Gewinne seien die Kunden in der Lage gewesen Verluste auf die wertlosen Optionen auszuweisen und diese steuerlich geltend zu machen. Die daraus entstandenen Erlöse wurden über eine dritte Gesellschaft geschleust und zur Rückzahlung der Kredite verwendet, die zum Kauf der Optionen nötig waren.
Mit Hilfe dieses "Hedge Option Monetization of Economic Remainder" (kurz: Homer) betitelten Steuervermeidungsverfahrens sollen in der Zeit von 1997 - 2001 Verluste von insgesamt 429,5 Mio. Dollar beim US-Fiskus geltend gemacht worden sein. Die Deutsche Bank habe für ihre Dienste von jedem Kunden Gebühren von 1,25 % der gewünschten Steuerersparnis erhalten.
Auf eine Stellungnahme des Sprechers der Deutschen Bank in New York wurde am Montag vergeblich gewartet, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Allerdings verweise die Deutsche Bank seit mehreren Jahren in ihren Quartalsberichten auf strafrechtliche Ermittlungen des amerikanischen Justizministeriums wegen steuerlichen Geschäften.
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