AUB-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafen
Im Prozess um millionenschwere verdeckte Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB, hat die Nürnberger Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen für den früheren AUB-Vorsitzenden Wilhelm Schelsky und den ehemaligen Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer gefordert.
Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke erklärte, Schelsky und Feldmayer hätten sich bewusst konspirativ verhalten, um die Zahlungen zu vertuschen. So seien z.B. Rechnungen an die Privatadressen der Beteiligten geschickt worden, um zu verhindern, dass sie in der Post des Siemens-Konzerns auftauchen, berichtete der Bayerische Rundfunk Online. Dadurch sollte vertuscht werden, dass die Zahlungen, die angeblich als Vergütung für die Beratertätigkeit von Schelsky geleistet wurden, in Wirklichkeit dem Aufbau der AUB dienen sollten. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, habe Schelsky zudem einen Großteil der Gelder für Sportsponsoring ausgegeben.
Nun droht Feldmayer dreieinhalb Jahre Haft wegen Untreue im besonders schweren Fall und Steuerhinterziehung in Höhe von 5 Mio. EUR. Für Schelsky forderte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer sogar sechs Jahre Haft. Er habe sich des Betruges, der Beihilfe zur Untreue und der Steuerhinterhinterziehung in Höhe von 8,5 Mio. EUR schuldig gemacht.
Gabriels-Gorsolke kritisierte jedoch auch die Führungsriege von Siemens. Diese hätte es versäumt die vertragsgemäße Verwendung der Gelder zu kontrollieren. Erst wenige Stunde zuvor hatte Schelsky Siemens-Manager namentlich beschuldigt, in die Vorgänge verwickelt gewesen zu sein. Dies steht im krassen Gegensatz zu den gehörten Zeugenaussagen, in denen die Verantwortung beständig auf andere abgewälzt wurde und laut denen angeblich niemand etwas von den Vorgängen mitbekommen hätte.
Redaktion News/St/Ko » zurück
